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Warum “Erased” der vielleicht beste Anime 2019 ist

Inhaltsangabe

© AV Visions Filmverleih

Schon von klein auf konnte mich die Magie der japanischen Zeichentrickserien in ihren Bann ziehen und waren es früher Serien wie Dragonball Z, Pokemon oder Digimon habe ich schnell herausgefunden, dass es noch so. viel. mehr. auf diesem Markt zu finden gibt. Denn Animes sind nicht einfach nur Zeichentrickserien für Kinder. Animes sind die Möglichkeit Geschichten mit Leben einzuhauchen ohne an die “Realität” gebunden zu sein. Die kreative Möglichkeit seine Gedanken zugänglich zu machen und das weitaus günstiger und ohne Einschränkungen, statt Schauspieler zu casten und Settings herrichten zu müssen. All dies kann auf dem Papier passieren und man sollte die Möglichkeiten, die diese Art der Erzählung bietet nicht unterschätzen oder gar als “nur für Kinder” abstempeln. Denn genau das ist Erased nicht.

  • Staffeln: 1
  • Folgen (insgesamt): 12
  • Länge pro Folge: ca. 25 Minuten
  • Fortsetzung geplant: Nein
  • Kindesmissbrauch
  • Mord
  • häusliche Gewalt (explizit gegen Kinder)
  • Gewaltdarstellung

Rezension

Animes haben schon immer einen gewissen Reiz auf mich ausgeübt, denn normalerweise verbinde ich sie mit etwas gutem, mit einer Feel-Good Mentalität. Animes sind für mich Serien über Helden, über Reisen, Freundschaft, innere Stärke vermischt mit einer Prise Fantasie. Zumindest sind das die Art Animes, die ich normalerweise schaue. Violet Evergarden, Die Walkinder, Die Melancholie der Haruhi Suzumya… Alle zwar auch etwas melodramatisch, aber trotzdem schön und herzergreifend.

Ein spannungsgeladener Thriller – bis zum Schluss.

Ähnlich präsentiert sich Erased auf Netflix, mit einem hellen, positivem Thumb-Nail und einer wagen Beschreibung über einen Zeitreisenden Mangaka. Es wirkt wie eine Ablenkung, eine kleine Serie die nebenbei über den Fernseher flimmert, während ich Twitter verfolge oder mir die neuesten Bilder auf Instagram anschaue. Dachte ich.
Bis die ersten 10, vielleicht sogar 15 Minuten vorbei sind und ich hastig nach der Fernbedienung suche um zurückzuspulen. Und von dem Moment an lässt die Serie nicht mehr los. Keine Sekunde möchte man verpassen, kann man doch kaum glauben was da auf einen an emotionaler Wucht zukommt.

Innerhalb eines Abends sind die ersten 8 Folgen verschlungen, am nächsten gibt es die restlichen 4 und zum Schluss kann ich kaum in Worte fassen wie sehr Erased mich berührt hat.
Denn diese Serie ist so viel mehr als bloß eine Serie. Satoru reist nicht einfach in die Vergangenheit weil er es möchte. Sondern weil sein Schicksal es so vorgesehen hat und seine Zeitsprünge passieren, um Unfälle oder schlimmeres zu verhindern. Und als Satoru nicht nur ein paar Minuten in der Zeit zurück springt sondern knapp 18 Jahren weiß er, er kann den Mord in seiner Zukunft nur verhindern, indem er herausfindet, was er in seiner Vergangenheit übersehen hat.

In 12 Folgen macht der Anime einige Probleme auf und behandelt sie doch mit Geschick.

Satoru, mit dem Geist eines 29-Jährigen Erwachsenen in dem Körper seinen 11-Jährigen Ichs, versucht herauszufinden wie die Kindesmordserie von damals mit dem Mord in seiner jetzigen Zukunft zusammenhängt und wie er diese verhindern kann. Zusammen mit seinen Freunden entschließt er sich, die Mädchen, die damals ermordert wurden zu beschützen und muss sich dabei nicht nur einem Mörder stellen, sondern auch gegen gewalttätige Eltern ankommen, die ihre Kinder quälen und vernachlässigen.

Erased öffnet einige hochproblematische Grenzen und zeigt dem*der Zuschauer*in die grausame Realität des Alltags, zeichnet die Machtlosigkeit der Kinder und der Erwachsenen einigen Problematiken gegenüber und setzt dem sowieso schon dramatischen Plot noch einen Twist der Angst vor dem Unbekannten, der aufgehalten werden muss.

Ein Spiel mit den Emotionen

Der Anime spielt mit den Emotionen, wechselt zwischen der erschreckenden Normalität des Lebens und dem Horror des Fremden. Genau wie Satoru empfindet man Angst beim Zusehen und kann nicht aufhören zu glauben, zu hoffen, dass es einen Ausweg gibt, dass alles wieder gut wird. Und nicht eine Sekunde lang lässt die Serie ein Gefühl der Sicherheit zu und nur wer bis zum bitteren Ende schaut, wird erfahren ob Erased zumindest ein Happy-End hat.

Fazit

Erased ist nicht der typische Feel-Good-Anime, nach dem er zuerst aussieht, sondern bietet ein Arsenal an Konflikten und Problemen, die einen sowohl emotional mitnehmen, als auch beängstigen können. Während – leider – viel zu alltägliche Dinge wie Kindesmissbrauch ihren angemessenen Raum finden, schwebt unaufhörlich eine bedrohliche Wolke über jeder Folge, die sich immer mehr mit den Leben der Kinder und Erwachsenen vermischt. Bis zum Schluss bleibt unklar wie und ob überhaupt die Möglichkeit besteht, die Morde zu verhindern, oder ob Opfer unabdingbar sind in dieser grausamen Realität.

5/5

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