Serienkritik

[Serienkritik] Sex Education

© Netflix

Netflix Originale sind inzwischen dafür bekannt hochwertig und anspruchsvoll zu sein, die Zuschauer*innen zu überzeugen und einfach verdammt guten Content zu liefern.
Auf den ersten Blick wollte sich Sex Education nicht ganz in die Reihe einfügen, spätestens aber als ich erfuhr, dass Themen wie Abtreibung, Queerphobie und generell LBGTAQ+ angesprochen wird musste ich mal reinschauen.

Sex Education widmet sich den irgendwie typischen Teenieproblemen, die aber sonst von der Gesellschaft tabuisiert und verschwiegen werden und nimmt genau das auch ein bisschen auf die Schippe.

Produzent: Netflix | Regie: Ben Taylor, Kate Herron | Genre: Dramedy | Erscheinungsjahr: 2019 | Länge: 1 Staffel, 8 Folgen á ca. 50 Minuten | Fortsetzung geplant: Ja

Sex Education - Meine Meinung

Am 11. Januar startete die neue Serie und konnte schnell Erfolge verbuchen. Immer wieder wird einem der Trailer in die Timeline gespült und man kommt gar nicht drumherum, darauf aufmerksam zu werden. Vom ersten Anschein her scheint es sich um die 80er Jahre zu drehen, doch sobald man reinschaut, haben die Schauspieler*innen Smartphones, Skype und normalen teschnichen Schnick Schnack.

Die Serie will und soll sich hier nich klar definieren!

Laut der Schauspielerin Gillian Anderson, soll sich die Serie wohl danach anfühlen irgendwie zeitlos und alltäglich zu sein. Ein wenig amerikanisch, britisch, 80er Jahre Kleidung und Smartphones.
Und genau das vermittelt die Serie auch, das die Zuschauer*innen hier alltägliche Probleme zu sehen bekommt, die etwas unkonventionell angesprochen werden.

Otis Milburn ist der Sohn einer Sextherapeutin und selber aber total verklemmt und im unreinen mit sich und seiner Sexualität. Trotzdem rutscht er gemeinsam mit der coolen Außenseiterin Maeve Wiley in einige Situationen in denen es Otis schafft durch sein Wissen über Sexualkunde seinen Mitschülern bei Errektionsproblemen oder Ängsten zu helfen. Ganz ohne Vorteil ist das ganze natürlich nicht, denn Maeve möchte sich finanziell etwas aufbessern und bietet mit Otis kurzerhand “Therapiestunden” an.
Otis findet das erst nicht moralisch vertretbar, will aber aus seinem Alltagstrott raus und macht kurzerhand mit.

Eine bunte Mischung aus Charakteren und Persönlichkeiten

Besonders schön ist die Diversität der Charaktere. Da gibt es den (vermutlich) bisexuellen Charakter, homosexuelle Männer und Frauen, sogar eine Folge, in der sich einige der Charaktere als Travestitkünstler verkleiden. Mit solchen Szenen und dem Umgang dieser Themen konnte mich Sex Education halten und begeistern.

Auch Themen wie Abtreibung werden hier ganz ungeschönigt gezeigt und es wird nicht der böse Zeigefinger erhoben, der laut verdeutlicht “wie böse Abtreibungen doch sind.” Stattdessen wird das ganze aus der Sicht der Frauen gezeigt, die diese Maßnahme in Anspruch nehmen und Beweggründe und auch die Nachfolgen werden beleuchtet.

Ein wichtiges Thema, das vor allem gerade in Deutschland hohe Wellen schlägt und zu Kontroversen und Demonstrationen führt. Etliche Frauen setzen sich für die Abschaffung von Paragraph 219a ein und auch in Amerika ist das Thema mit dem konservativen Präsidenten wieder aktuell.

Ein Spritzer Humor darf auch nicht fehlen.

Sex Education scheint bemüht kontroverse Themen aufzugreifen und aufgeklärt zu vermitteln und behält sich dabei doch immer mal wieder einen Spritzer Humor bei. Dabei geht die Ernsthaftigkeit nicht verloren, lädt aber immer mal wieder zum Lachen ein.
Im Gegenzug gibt es dann auch die Szenen, die einem die Tränen in die Augen schießen lassen, weil hier knallharte Wahrheiten gezeigt werden vor denen man sonst schonmal gerne die Augen verschließt.

Fazit

Die Serie Sex Education setzt genau da an, wo die meisten Biologiestunden aufhören und bespricht gekonnt diverse und kontroverse Themen, die oftmals tabuisiert werden. Zum Teil mit Humor, manchmal auch sehr emotional und dramatisch vermittelt uns die Serie einen Einblick ins Teenie Alter und vermutlich wird sich jeder in mindestens einer Folge irgendwie wiedererkennen können. Wie immer ein gutes Netflix Original!

5/5

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Chrissi
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Ahhh. Ich hab sie schon auf der Watchlist, aber ich glaube wenn ich mal anfange, dann will ich am Stück gucken, daher schiebe ich sie schon eine Weile vor mich her… 😀
Vielen Dank für den Tipp!

Beste Grüße
Chrissi

Nicci Trallafitti
Gast

Danke für den Tipp, scheinbar sollte ich ganz bald mal in die Serie reinschauen 🙂
ich glaube auf meiner Liste steht sie bereits, aber irgendwie steht da so einiges haha.

Liebe Grüße,
Nicci

Isabell
Gast

Hey 🙂
Bisher hat mich die Serie ja nicht wirklich angesprochen, aber du machst mir die Serie grad richtig schmackhaft. Ich glaube, dass ich doch mal reinschauen sollte. Ich werde sie definitiv mal meiner Watchlist hinzufügen.

Liebe Grüße
Isabell

Diana
Gast

Hallo Jenny,
ich habe vor kurzem den Trailer zu Sex Education gesehen und war mir nicht sicher ob ich die Serie schauen sollte. Aber nach deinem Beitrag hier, werde ich vielleicht doch mal reinschauen. Ich hatte nämlich gedacht, das ist so eine Serie á la Teeniekomödien wie American Pie oder so. Und das hätte mich dann nicht gereizt.
Gut das ich bei dir vorbeigeschaut habe. 😉
:-*