Serienkritik

Ist Der Prinz der Drachen ein würdiger Nachfolger zu Avatar?

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© Netflix

Oftmals sieht man eine Zeichentrick- oder Animationsserie und stempelt diese direkt im Bereich “für Kinder” ab. Mir passiert das auch noch das ein oder andere Mal und das obwohl ich sehr viele Cartoons schaue und liebe. “Der Prinz der Drachen” fällt dabei direkt ins Auge, denn wird hier mit einer anderen Art von Animation gespielt, einer, die man heute wenig sieht. Im ersten Moment mag diese “billig” oder “schlecht gemacht” aussehen, doch tatsächlich funktioniert es zusammen mit der Art der Erzählung unfassbar gut und lässt den Zuschauer schon nach wenigen Minuten nicht mehr los.

Produzent: Netflix | Regie: Aaron Ehasz | Genre: Abenteuer, Fantasy | Erscheinungsjahr: 2018 | Länge: Staffel 1, 9 Folgen, ca. 25 min; Staffel 2, 9 Folgen, ca. 25 min. | Fortsetzung geplant: Ja

Der Prinz der Drachen - Meine Meinung

Vielen mag Aaron Ehasz Name im Zusammenhang mit Avatar – Der Herr der Elemente ein Begriff sein. Ehasz hat mit dieser Serie einen Schritt gewagt, den kaum einer zuvor gegangen ist. Er hat eine vermeintliche Kinderserie in eine komplexe Welt mit vielfältigen Charakteren und einer Menge Raum für Entwicklungen verwandelt, die die Zuschauer begeistert hat und weit über das ursprüngliche Zielpublikum hinausgegangen ist. Verständlicherweise sind die Erwartungen groß gewesen an Der Prinz der Drachen und es stellt sich die Frage ob Ehasz erneut eine Serie erschaffen konnte, die jung und alt begeistert.

Seit langem sind die Welt der Magie und die Welt der Menschen getrennt. Doch das trennt nicht die vorhandene Rivalität und Mondschattenelfen versuchen sich an den Menschen zu rächen und planen ein Attentat auf den König und dessen Sohn. Der kleine Ezran kann zusammen mit seinem Halbbruder Callum entkommen, nachdem er im Verlies ein geheimnisvolles Ei gefunden hat. Die Elfe Rayla schließt sich den beiden kurzerhand an als ihr klar wird, dass sie von Callum und Ezran keine Gefahr zu befürchten hat. Das Trio begibt sich auf eine Reise um herauszufinden was es mit dem Ei auf sich hat und wie man vielleicht wieder Frieden zwischen den beiden Ländern herstellen kann.

Eine Serie zum mitlachen und mitweinen!

Wie schon zuvor in Avatar setzt die Serie auf eine Reise, Entdeckungen, Gefahren und Spannung. Der typische, lockere Humor der vielen noch bekannt sein dürfte, findet ebenfalls wieder Platz. Wie in der vorangegangen Serie werden die witzigen Szenen bewusst in die düsteren oder melancholischen Momente gesetzt um die Story aufzulockern und auch für Kinder noch ansprechend zu sein. Der aufmerksame Zuschauer stellt dennoch fest das vor allem gesellschaftliche Themen und philosophische Fragen den Plot durchziehen und kritisch beschrieben werden.

Auch wenn die Staffeln deutlich kürzer sind als es bei Avatar der Fall ist bekommen die Charaktere und die Handlung genug Raum um sich zu entfalten. Die Motive und Denkweisen der Einzelnen wird versucht deutlich zu zeigen und wieder fällt es bei einigen schwer einzuordnen, ob sie jetzt “bösartig” handeln oder nicht. Viele der Protagonisten sind im Zwiespalt, sei es mit sich, mit einer bestimmten Aufgabe oder mit ihrer Ideologie. Denn nur weil man etwas gutes tun möchte, heißt das nicht, das man zu den Guten gehört.

Charaktere die einem ans Herz wachsen und denen viel Raum zur Entwicklung gelassen wird.

Innerhalb kürzester Zeit wachsen einem die Charaktere mit ihren Eigenheiten und kleinen Macken ans Herz und man fiebert mit ihnen mit, feuert sie an und verdrückt auch mal die ein oder andere Träne, sowohl aus Erleichterung als auch aus Traurigkeit. Vor allem Callum hat es mir als angetan, der zwar der ältere Halbbruder von Ezran ist und damit auch ein Prinz, aber weder Anrecht noch Interesse an dem Thron hat. Er unterstützt Ezran auf jede Art und Weise die ihm möglich ist und man spürt einfach wie unglaublich gutmütig er ist und das er immer sein bestes gibt.

Fazit

Auch wenn Der Prinz der Drachen emotional noch nicht ganz an Avatar heranreicht, hat Netflix hier einen würdigen Nachfolger produziert. Auch wenn die Gestaltung anfangs gewöhnungsbedürftig sein mag, kann ich nur empfehlen weiterzuschauen, denn die Handlung und ihre Charaktere sind es allemal wert. Eine Serie voller Diversität, Gefühle und Magie.

4.5/5

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