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Die 5 schönsten Animationsfilme abseits von Disney

Inhaltsangabe

Schon von klein auf war ich Fan der gezeichneten Geschichten, der bunten Bilder, die schier grenzenlos erschienen. So spannend und episch auch viele Realfilme sein mögen, begegnen wir hier Grenzen, die die Fantasie aushebelt, Grenzen, die rein physikalisch nicht überschritten werden können.
Doch es gibt die Möglichkeit diese Grenzen zu überwinden, Geschichten zu erzählen, die sonst unerzählt geblieben wären, sich künstlerischer Freiheit zu bedienen und Filmen somit ihre eigene Stimme zu geben.
Darum stört es mich, wenn Zeichentrick- und Animationsfilme direkt in die Kategorie Kinderfilme geschoben werden. Wenn angedeutet wird, dass diese Filme weniger wert, weniger inhaltsvoll oder gut sind.
Gerade diese Filme sind es, die oft eine tiefgreifende Message in sich tragen, Emotionen in mir wecken und mein Herz berühren, wie es nicht alle Realfilme schaffen.

5 dieser grandiosen Filme möchte ich euch heute vorstellen und da Disney schon für sich einen großen Platz bei mir einnimmt habe ich den Mauskonzern bewusst weggelassen.
Die Reihenfolge ist übrigens ganz zufällig und sagt nichts über meine Bewertung aus.

Die Hüter des Lichts

Pitch, der dunkle Mann, ist zurück um die Kinder in Angst und Schrecken zu versetzen und hat sich dafür die Kraft des Sandmannes zu eigen gemacht um Träume in Alpträume zu verwandeln. Die Hüter – der Weihnachtsmann, die Zahnfee, der Osterhase und der Sandmann – schaffen es nicht gegen Pitch anzukommen und daher wählt der Mann im Mond einen weiteren Hüter aus. Jack Frost – Doch Jack hat kein Interesse daran Hüter zu sein. Er möchte einfach nur endlich gesehen werden.

In Rise of the Guardians wird man mitgenommen auf eine emotionale Suche nach sich selbst. Welchen Wert haben wir, wenn wir nicht “gesehen” werden, wie wirkt sich das auf uns aus und wie wichtig ist es überhaupt? Alles Fragen, denen sich Jack im Laufe des Filmes bewusst oder weniger bewusst stellen muss. Es geht um Hoffnung, um Glück und Träume.
Während Jack Frost noch mit seinem Schicksal hadert, seinen Weg findet, präsentiert Dreamworks den Film in einer wunderschönen Optik, etwas düsterer, als man es oftmals gewohnt ist und gibt jeder Figur eine wundervolle Eigenheit, lässt sie einzeln, aber auch im Team grandios funktionieren. Eine kleine, große Prise Humor darf natürlich nicht fehlen, aber doch sind es die etwas dramatischeren Szenen die mir in Erinnerung bleiben, die als erstes da sind, wenn ich an diesen Film denke.

Die Hüter des Lichts ist ein wunderschöner Film über Selbstfindung, besticht mit hervorragenden Animationen und zeichnet Charaktere mit Tiefe, mit Persönlichkeit und Liebe.

Prinzessin Mononoke

In einer Zeit als die Götter noch existierten, wird der junge Ashitaka von einem Dämon verflucht, als er versucht sein Dorf zu schützen. Ashitaka begibt sich auf eine Reise in das Reich des Waldgottes und gerät in einen Kampf zwischen Fortschritt und Natur, Mensch und Gottheiten.
Zusammen mit der Wolfstochter San versucht er den erbitterten Krieg ein Ende zu bereiten und Frieden in das Land zu bringen.

Liest man sich die Beschreibung durch, vermag man gar nicht auszumachen, worum es in Mononoke Hime tatsächlich geht.
Der aus dem Ghibli Studio stammende Film mag den meisten wahrscheinlich sogar ein Begriff sein, trotz allem macht sich in mir oft das Gefühl breit, dass dieser Film way to underrated ist. Prinzessin Mononoke ist entgegen seinem Namen brutal. Es ist blutig, wütend, grausam und ungeschönigt. Er beschäftigt sich mit dem immer weiter wütenden Fortschritt, der sich und seine Umgebung vollkommen vergisst und von Profitgier und Macht getrieben wird. Dabei wird dem*der Zuschauer*in keinesfalls ein reines Schwarz-Weiß Bild gezeigt. Es gibt nicht die Bösen und die Guten. Der Fortschritt wird nicht verteufelt, es werden aber die Konsequenzen aufgezeigt, die ein unachtsamer Umgang mit der Natur nach sich zieht. Die Geister des Waldes wollen sich verteidigen, sind wütend und wollen Rache. Es ergibt sich ein Kreislauf, den keine Seite gewinnen kann.

Dieser Film ist und bleibt für immer ein absolutes Highlight für mich. Während epische Bilder über den Fernseher tanzen, spielen herzerwärmende Orchesterensembles passend dazu und jedes Mal bereitet sich eine Gänsehaut über meinen Körper aus. Ein Meisterwerk seinesgleichen, den jeder gesehen haben sollte.

Coraline

Coraline zieht mit ihrer Familie in eine neue Stadt und ist alles andere als begeistert, ihre Freunde und vertraute Umgebung hinter sich zu lassen.
Während ihr Vater nur mit seiner Arbeit beschäftigt ist und Coralines Mutter oftmals genervt von ihr scheint, erkundet das Mädchen auf eigene Faust ihr neues zu Hause und gerät dabei in eine scheinbar magische Welt, die all ihre Träume in Erfüllung gehen lässt. Doch der Schein trügt und plötzlich findet sich Coraline in einem Wettrennen gegen die Zeit wieder um sich und ihre Familie zu retten.

Coraline ist gruselig. Vielleicht sogar einer der gruseligsten Filme, die ich kenne. Schon der Animationsstil zeigt deutlich, dass es sich nicht um einen Kinderfilm handelt, dass es nicht bunt, fröhlich und schön ist. Der Stil ist keinesfalls süß oder hübsch, sondern kantig, rau, edgy.
Ähnlich kann man auch die Handlung beschreiben, die zum Teil ziemlich brutal, eklig und irgendwie hässlich ist. Es gibt keine schönen Sing-Along Lieder, keine Happy Moments, keine Love Story. Und am Ende scheint sich auch eigentlich kaum was verändert zu haben. Einzig Coraline scheint sich einfach mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben.

Coraline hebt sich durch seine düstere Darstellung ab von den typischen Animationsfilmen und funktioniert abseits der Norm. Basierend auf dem Fantasy/Horror Roman von Neil Gaiman ist es doch erstaunlich, dass der Film hier unter FSK 6 laufen darf.

Drachenzähmen leicht gemacht

Hicks, der Sohn des Wikingerhäuptlings Haudrauf, ist alles andere als ein starker, machohafter Wikinger. Und gerade das scheint auf Berk, seinem Heimatort allerdings eine Vorraussetzung zum Überleben zu sein. Denn Berk wird regelmäßig von Drachen überfallen und Hicks hat es sich als Ziel gesetzt seinem Vater, dem gesamten Dorf und Astrid, die er heimlich verehrt, zu beweisen, dass er wohl ein waschechter Wikingerheld sein kann.
Dabei gelingt es ihm mit einer seiner selbstgebauten Konstruktionen einen Drachen zu fangen, doch statt ihn zu töten freundet er sich mit ihm an und merkt schnell, dass die Drachen gar nicht so böse sind, wie sie erstmals erscheinen…

In How to train your dragon folgt der*die Zuschauer*in dem jungen Hicks, der endlich von seinem Vater und seinem Dorf anerkannt werden möchte, obwohl er eindeutig nicht zum Drachen töten gemacht ist. Hicks ist anders, sonderbar, fügt sich nicht ein. Und genau das ist es, was diesen Film so herausragend macht. Denn Hicks Weg zur Anerkennung führt nicht darüber, dass er sich anpasst. Sondern, dass er lernt, das es okay ist, er selbst zu sein. Das es okay ist aus den alten Mustern ausbrechen zu wollen und einen neuen Weg zu wählen.
Hicks schafft es mit Verständnis und Empathie mehr über die ihm scheinbar so fremde Kreatur zu erfahren und auch wenn es viel Kraft und Mühe kostet, diese Erkentniss zu teilen. Gerade die Entwicklungen, die ein großer Teil der Figuren über die Zeit durchläuft, sind faszinierend und gut gezeichnet. Dazu kommen einige wunderschöne und emotionale Szenen, die dem*der Zuschauer*in das Herz aufgehen lassen.

Gemeinsam mit Hicks und Ohnezahn lernen wir, dass das Anderssein gar nich so verkehrt ist und es auch gut sein kann, aus dem Gewohnten auszubrechen.

Your Name

Immer wieder erwacht Mitsuha aus seltsamen Träumen, in denen sie ein Junge aus Tokyo zu sein scheint. Nachdem ihre Klassenkameraden ihr zudem immer häufiger davon erzählen, wie merkwürdig sie sich am Vortag verhalten habe, wird Mitsuha langsam klar, dass sie keineswegs einfach träumt, sondern das sie tatsächlich mit dem Jungen, Taki, über Nacht die Körper tauscht. Über Zettel und Tagebucheinträge im Handy fangen die beiden an sich zu verständigen und bauen eine innige Beziehung zueinander auf.
Eines Tages hört der Körpertausch auf und Taki versucht Mitsuha zu erreichen, was ihm leider nicht gelingt. Da die Erinnerungen an den Körpertausch jedes Mal schnell verblassen, kann sich Taki auch nicht erinnern wo Mitsuha wohnt und begibt sich auf die Suche nach ihr, wobei er feststellen muss, dass nicht nur ein Leben auf dem Spiel steht.

Was erst wie eine fast schon humorvolle Romatikkomödie klingt, stellt sich spätestens zur Mitte als herzzerreißendes Drama heraus. Your Name ist keine leichte Kost, auch wenn die anfängliche positive Popmusik einen das Glauben machen mag. Mit bunten, wunderschönen Animationen, Landschaftsbildern und emotionsgeladener Musik wird man mit in diese traurige Liebesgeschichte gezogen, die eine so abrupte, heftige Wendung nimmt, dass wohl kaum ein Auge trocken bleiben kann.
Innerhalb von wenigen Minuten wachsen einem die beiden Charaktere ans Herz und man hofft und bangt mit ihnen. Und auch wenn einem ein richtiges Happy End verwehrt bleibt, ist es doch genau das Ende, welches dieser Film gebraucht hat.

Wer eine Liebesgeschichte seinesgleichen sucht, sollte sich unbedingt Your Name anschauen, genug Taschentücher bereit legen und auf einige Gänsehaut-Momente gefasst machen.

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Gast

Hallo Jenny,
bei Hüter des Lichts, Coraline und Drachenzähmen leicht gemacht kann ich dir nur zustimmen. Soooooo tolle Filme! 😀
Ich habe mir jetzt mal endlich Prinzessin Mononoke auf meine Zu-Schauen-Liste geschrieben. Habe schon viel von dem Film gehört, aber bis jetzt noch nicht angesehen. Wird wohl mal Zeit. 😉
Your Name klingt für mich jetzt nicht so interessant. Liebe und so, du weißt ja. 😀
Liebe Grüße
Diana