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Der König der Löwen – Wie schlechte Synchronisation einen Film kaputt machen kann

Inhaltsangabe

© Disney

Selten habe ich mich gleichermaßen so auf eine Neuverfilmung gefreut und davor gefürchtet wie bei Der König der Löwen. Bei Filmen wie diesem lasse ich mich am liebsten ganz überraschen, schaue keine Trailer und warte einfach ab, was mir im Kinosaal geboten wird. Natürlich kommt man nicht ganz drumherum doch mal das ein oder andere Plakat zu sehen und eine ungefähre Ahnung konnte sich mir schon erschließen. Die Vorfreude wuchs und die Angst, was der große Maus-Konzern wohl aus meinem liebsten Disney-Meisterwerk machen würde schrumpfte.
Was ich nicht wissen konnte: Das eine schlechte Synchronisierung einen eigentlich wunderschönen Film so kaputt machen kann.

  • Genre: Musical, Animation, Familienfilm
  • Regie: Jon Favreau
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Laufzeit: 118 Minuten
  • FSK 6
  • Donald Glover: Simba
  • Beyoncé Knowles-Carter: Nala
  • James Earl Jones: Mufasa
  • Chiwetel Ejiofor: Scar
  • Alfre Woodard: Sarabi
  • John Oliver: Zazu
  • John Kani: Rafiki
  • Seth Rogen: Pumbaa
  • Billy Eichner: Timon
  • JD McCrary: junger Simba
  • Shahadi Wright Joseph: junge Nala

Rezension

Der König der Löwen ist unbestreitbar einer der schönsten, emotionalsten und erfolgreichsten Filme der Disney-Meisterwerk Reihe und kaum jemand kann von sich sagen, diesen Film damals nicht gesehen zu haben.
DKdL gehört zur Kultur der 90er, zur Kindheit der heutigen jungen Erwachsenen und aus dem afrikanischen, damals unbekanntem Sprichwort Hakuna Matata ist eine Lebensweisheit der neuen Generationen geworden.
Kurz: Disney hat mit Der König der Löwen eine ganze Generation, eine ganze Welt inspiriert und geprägt.

The Lion King bleibt auch als Neuverfilmung etwas besonderes.

So ist es nicht verwunderlich, dass Disney aus den größten Erfolgen auch weiteren Erfolg generieren möchte und nach und nach die Filme unserer Kindheit in neuem Glanz auf der Kinoleinwand zum Leben erweckt.
Im Gegensatz zu den restlichen Neuverfilmungen bleibt DKdL doch wieder etwas besonderes. Denn hier wurde komplett mit Animationen gearbeitet, nichts von dem, was wir auf der Leinwand sehen ist real. Sei es das hohe Savannengras, ein Vogelschwarm oder ein fließender Fluss. All dies wurde digital erschaffen und mit Leben eingehaucht und gibt ein verblüffendes Beispiel dafür, wie unglaublich weit die Animationsfähigkeiten der Filmkonzerne heute gehen.

Während man seinen Augen kaum trauen kann, als Zuschauer*in gar nicht glauben möchte, dass nichts von dem, was man sieht real ist, werden nostalgische Gefühle geweckt, eine alte Vertrautheit macht sich bemerkbar und innerhalb weniger Sekunden ist man in der Magie des Filmes versunken, summt die ersten Melodien mit und spürt ein Klopfen in der Brust, das sich wie eine Art von Freude, Glück, vielleicht sogar Verliebtheit anfühlt.
Und auch wenn schon The Circle of Life leicht eingedeutscht klingt, ein wenig seinen originalen afrikanischen Stil verliert, kommt man nicht drumherum mitzusingen, mitzufühlen. Die ersten Bilder schon versprechen eine emotionale Achterbahnfahrt, werden doch die altbekannten Szenen zu neuem Leben erweckt, man fühlt sich direkt wohl, angekommen, zuhause.

Für die deutschsprachigen Zuschauer*innen gibt es jedoch einen Haken

Es ist fast zu perfekt um wahr zu sein, wunderschön und mitreißend. Und eigentlich musste es ja so kommen, weil es sonst einfach wie ein Wunschtraum gewesen wäre, aber an jeder Sache gibt es doch den einen Haken. Und bei The Lion King ist es ein ziemlich großer Haken, ein Haken, den es wohl nicht in jeder Sprache geben wird.
Während man irgendwie immer ein wenig die altbekannten Stimmen im Kopf hat ist es fast schockierend, wie furchtbar die deutsche Synchronisation ist. Das es andere Stimmen geben wird war natürlich klar, denn immerhin kann der junge Simba nicht mehr von seinem alten Synchronsprecher gesprochen werden, ist dieser doch inzwischen 25 Jahre älter und mit Sicherheit kein Kind mehr. Aber was verdammt haben die da in den Tonstudions angestellt?!

Während Mufasa noch recht gut funktioniert, auch ein wenig an den früheren Mufasa erinnert, sind die Kinderstimmen von Simba und Nala einfach nur furchtbar. Und das gar nicht mal wegen der Stimmfarben selbst. Die Synchronisation klingt hallend, mechanisch, schlecht aufgezeichnet. Als hätte man ein Mikro in einen leeren Raum mit Metallwänden gestellt. Man hört sofort, dass diese digital bearbeitet worden sein müssen, eingefügt wurden. Und dabei wurden sie definitiv nicht vernünftig angepasst, klingen zu laut und unnatürlich. Ich will jetzt gleich König sein hat an Reiz verloren und ich konnte kaum abwarten, dass Simba endlich erwachsen wird.

Bei aller Freude bleibt doch ein befremdliches Gefühl

Die meisten Stimmen funktionieren kaum. Timon und Pumba bekommen ihren alten eingespielten Charme nicht ganz so zustande wie aus dem Original bekannt und die Hyänen wirken nicht so wahnsinnig-crazy auf mich, wie ich es gewohnt bin. Selbst die wenigen Stimmen die halbwegs funktionieren, passen nicht gut auf die Bewegungen der Tiere und wirken irgendwie befremdlich.

Während der Film im Ganzen eine grandiose Performance liefert, Nostalgie weckt und auch für die nächste Generation verzaubernd wirken dürfte, bleibt ein Gefühl der Unsicherheit zurück, die Frage, ob es wirklich eine neue Magie gibt, die mich mitreißen konnte oder eher der nostalgische Effekt mich glücklich aus dem Kino hat kommen lassen.
Was sicher ist, ist dass ich diesen Film nochmal in der Originalfassung schauen werde um Gewissheit zu erlangen, ob The Lion King nur im deuschen nicht so ganz funktioniert hat, wie ich es mir gewünscht habe.

Fazit

Grandiose Animation gemischt mit Nostalgie pur. Für jeden Fan und auch nicht Fan ein Muss um sich verzaubern zu lassen, in die Welt der Disney Meisterwerke ziehen zu lassen und wunderschöne Bilder zu genießen.
Es empfiehlt sich lediglich dabei auf die deutsche Synchronisation wenn möglich zu verzichten und eher auf die Originale zurückzugreifen.

4.5/5

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Weitere Meinungen

Plötzlich fühlte ich mich wieder wie damals; im Kino wurde ich plötzlich wieder zum Kind und erinnerte mich daran, wie ich damals zusammen mit meiner Mama im Wohnzimmer gesessen, den Film angesehen und die Lieder mit gesungen habe.
Ivy
Ivy Booknerd

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JennyTinaNicoleLeseWelle Letzte Kommentartoren
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Tina
Gast

Hi Jenny,

ich bin mit meinen beiden Kinomädels in den Film gegangen.
Unser Fazit war: Düsterer, realistischer, nichts für kleine Kinder, aber mit Charme.
Die Synchronisation vergleiche ich ehrlich gesagt oft mit dem Musical und würde sogar drauf tippen, dass es bei den Kindern die Musicalstimmen sind, weiß es aber nicht. Mich hat es nicht gestört.
Aufgrund der Animationen, die eindeutig mehr in die reele Darstellung der Tiere geht, konnte man einfach nicht alles aus dem Zeichentrick übernehmen, denk ich. Beispielsweise die Hyänenchoreographie mit Ska bei “Seid bereit”.

Ich bin zufrieden.

Viele Grüße
Tina

Nicole
Gast

Da bin ich echt gespannt auf dein Fazit zum O-Ton. Ich habe den Film noch nicht gesehen, hätte es gerne, aber habe es zeitlich nichts in Kino geschafft und werde das vermutlich nicht mehr. Aktuell habe ich zu viel zu tun. Werde mir den wohl dann auf Disney+ anschauen, da ist das ja auch einer der Film die schon innerhalb der ersten 6 Monate auf der Plattform landen werden und dann sicherlich auch im O-Ton. Mit schlechter deutscher Synchro habe ich auch schon mehr als einmal Bekanntschaft gemacht, bei manchen Serien beklekkert man sich da leider auch nicht mit Ruhm,… Weiterlesen »

LeseWelle
Gast

Hallo!
Da bin ich ja mal gespannt was du zu der Originalversion sagst, denn die deutsche Synchronisation hat ja jetzt wahrlich nicht gut abgeschnitten. Trotzdem werde ich mir den Film ansehen. Vielleicht jetzt nicht unbedingt im Kino, aber er steht auf meiner Ansehen-Liste. 😉
Aber du hältst mich auf dem Laufenden, wenn du die englische Version gesehen hast ja? :-*
Liebe Grüße
Diana